Der Anfang des Projektes

SistersEin Erfahrungsbericht von Heike Hassel

Unser Projekt steht unter dem Dach der franziskanischen Initiative vision:teilen e.V. Düsseldorf, welches von Franziskanerbruder Peter Amendt geleitet wird.

2009 hatte ich die Möglichkeit, während eines 8-wöchigen Aufenthaltes in Kenia und Äthiopien viele vision:teilen-Projekte kennenzulernen. Dabei bin ich auch auf das schon angelaufene Mikrokreditprojekt in Kenia, welches von einem lokal ansässigen Priester geleitet wurde, gestossen. Ich war sofort begeistert von der Idee und den Erfolgen des Projektes.film Despicable Me 3

 Zurück in Deutschland, hat mich die Idee, Frauen mit einem kleinen Kredit zu unterstützen, um diesen zu einer Geschäftsgründung zu verhelfen, nicht mehr losgelassen. Hat man einmal erlebt, wie stolz die Frauen sind, wenn sie einem ihr kleines Geschäft, welches sie sich selber aufgebaut haben, präsentieren und erzählen, wie glücklich sie sind, dass sie nun das Schulgeld für ihre Kinder bezahlen können, ihre Familie mit Essen versorgen und darüberhinaus auch noch Rücklagen bilden können, ist man überzeugt, dass das ein richtiger Ansatz ist, wenn es um die Bekämpfung von Armut geht.

Oft hörte ich von dort ansässigen Schwestern und Brüdern: "Das ist besser als Charity."

Im Rheinland sagt man ja gerne: "Was nix kost, is nix" Man möchte fast meinen, das gilt auch in Afrika.

 Die Vorgehensweise bei unserem Projekt ist wie folgt: Eine Frauengruppe von max. 15 Frauen wird durch unsere Parnterorganisation in Kenia gegründet. Die Frauen erarbeiten eine Geschäftsidee, z.B. Aufbau einer Hühnerzucht, Handel mit Mais oder Bohnen, Aufbau eines Cateringunternehmens etc. Die Ideen sind vielfältig und die Frauen wissen, was vor Ort gebraucht wird. Sie erstellen, nachdem sie sich organisiert haben, einen Businessplan, welcher dann über die zuständige Schwester an uns weitergeleitet wird.

Dieser wird durch uns geprüft und wenn die Zahlen stimmen, erhalten die Frauen einen Kredit, welcher sich auf 100 Euro pro Frau beläuft. Die Gruppen sollten nicht mehr als 15 Frauen umfassen. Das bedeutet, dass einer Gruppe dann ein Startkapital in Höhe von 1500 Euro zur Verfügung steht. Dieses Startkapital bzw. Darlehen ist dann mit einem einmaligen Zins von 10% innerhalb eines Jahres zurückzuzahlen. In regelmässigen wöchtenlichen Treffen werden Rückzahlungen geleistet und Probleme besprochen. Da wir uns nicht als Finanzdienstleister verstehen, steht bei uns der soziale Aspekt im Vordergrund: Das heisst, wir möchten die Frauen vor allem schulen und bei ihrer Unternehmenstätigkeit begleiten und beraten. Das zurückgezahlte Darlehen fliesst in neue Darlehen, der Zins soll die vor Ort entstehenden Kosten, wie Ausbildung der Frauen, Materialkosten wie Druck von Verträgen, Reisekosten der Gruppenbetreuung vor Ort etc. tragen.

 Aber das Projekt Mikrokredit von vision:teilen ist noch viel mehr als nur eine Finanzspritze:

Die Frauen, die sich in einer Gruppe selbst organisieren und durch eine lokal ansässige Schwester oder Bruder geleitet werden, sind motiviert zu lernen. Das sind in der Regel:

Kalkulation und Buchhaltung, Marketing, Geschäftsführung. Auch hören wir in letzter Zeit immer wieder, dass durch die Gruppenzugehörigkeit, ethnische Probleme überwunden werden. Die Frauen erfahren über das Projekt Selbstvertrauen und Stabilität in der Gruppe. Sie erlernen Basisdemokratie und Verantwortung für sich und die anderen Gruppenmitglieder zu übernehmen. Das stärkt.

 Der Ansatz, in Entwicklungs- und Schwellenländern, Frauen in der Gesellschaft zu stärken, hat sich in den vergangenen Jahrzehnten als eine durchaus erfolgreiche Strategie erwiesen. So sind es gerade Frauen, die sich als ehrlich, fleissig und zuverlässig, vor allem auch wenn es um die Rückzahlung von Krediten geht, herausgestellt haben. Übrigens: Die Rückzahlungsquote bei Mikrokrediten liegt bei 98%!!! Das entspricht bei weitem nicht, der Quote in reichen Industrienationen, die um einiges darunter liegt.

Wir haben im letzten Jahr, dank einer Förderung des Landes Nordrhein Westfalen mit 5 Gruppen beginnen können und möchten nun unsere Unterstützung für Gruppen ausweiten. Nach der erfolgreichen Rückzahlung der ersten Gruppen, steht dieses Geld wieder zur Verfügung, aber es gibt bereits neue Gruppen, die an unserem Programm teilnehmen wollen. Wir sind vorerst noch auf Spendengelder angewiesen, da wir im Aufbau einer eigenständigen Organisation vor Ort sind. Aber schon jetzt kann ich sagen, dass, die Nachhaltigkeit des Projektes durch die Rückzahlung und den geringen Zinsertrag gewährleistet ist. Das Projekt wird von sehr viel ehrenamtlichem Engagement getragen und so können Spendengelder zum größten Teil in die Unterstützung der Frauen vor Ort fliessen.

Dankbar sind wir für jede Form der Unterstützung. Das betrifft Spenden aber vor allem auch Bekanntmachung und Öffentlichkeitsarbeit. Gerne informieren wir persönlich über die Vorzüge dieses Projektes und den aktuellen Stand. Jeder Euro ist eine große Hilfe.

Vielen Dank an alle für das Interesse an unserem Projekt.

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